Archiv für Februar 2011

„Was wirklich zählt, ist nicht, dass man stirbt, sondern, was man in diesem Moment tut. Renée, was haben Sie in dem Moment getan, als Sie starben? – Sie waren bereit zu lieben.“ [Paloma in „Die Eleganz der Madame Michel“]

„Alle glücklichen Familien gleichen einander, jede unglückliche Familie ist auf ihre eigene Weise unglücklich.“ [aus: Anna Karenina von Leo Tolstoi]

Das Flusensieb.

Nachdem ich festgestellt hatte, dass meine Waschmaschine nicht mehr sauber wusch, leerte ich das Flusensieb aus. Ich hockte vor dem Klo und pulte mühselig die ekelhaft glibbrigen dunkelgrauen Flusen aus dem Sieb. Die klebten und hakten im Sieb. Ich hielt es unter das Waschbecken und spülte und pulte und schrubbte weiter. Irgendwann waren da keine Flusen mehr, kein Glibber, kein Ekel. Aber das Sieb – das einmal weisz war – hatte eine gräulich gelbe Farbe angenommen. Die Waschgänge hatten ihre Spuren hinterlassen. Und plötzlich wusste ich, warum mich diese Prozedur so fanszinierte, so gebannt hielt: Ich bin ein Flusensieb. Menschen sind Flusensiebe.