ACHTUNG: Essstörungstrigger!

Ich mache Fotos von mir. Will sehen wie dünn ich denn nun bin. Denn die Waage sagt nur Zahlen, sagt nicht wie ich aussehe. Denn wenn die Psychiater wegen des niedrigen BMIs schon vom Sterben reden, reden andere noch davon, dass ich gar nicht magersüchtig aussähe.
Sehe ich aus wie die dünnen Mädchen in den Dokumentationen über Magersucht? Sehe ich aus wie die Mädchen in Thinspirations? Oder bin ich noch viel mehr und es ist lächerlich diese Fragen zu stellen?

Ich mache Fotos von mir. Ein schlankes Mädchen. Niemand würde erschrecken beim Anblick dieser Bilder. Habe ich nur den Blick dafür verloren was dünn ist? Aber warum erschrecke ich dann doch immer wieder vor der Magerkeit anderer?

Irgendwo habe ich mal gelesen, dass man die Arme über den Kopf halten solle. Dann sähe man dünner aus. Also versuche ich das. Ich ziehe den Bauch ein. Ich spanne den Bauch an. Ich fotografiere meine Schlüsselbeine. Die Beine. Die Arme. Den Rücken. Die meisten Bilder lösche ich wieder, weil ich auf ihnen zu dick aussehe. Einige bleiben übrig. Die kann ich niemandem zeigen. Dabei würde ich gerne. Aber ich glaube mir ja selbst nicht, dass ich so dünn bin. Ich habe mich dafür gestreckt und verrenkt. Andere sind sicher von selbst so. Sie würden lachen. Ich bin einfach nicht dünn genug. Ich habe in letzter Zeit ohnehin Panik nicht mehr mit dem Essen aufhören zu können. Nicht dünn genug. Nicht dünn genug. Nein, nicht dünn genug.

(…bei so einem Blogeintrag mag die eine oder der andere denken, dass es unverschämt ist, seine Essstörung so auszubreiten und sie nicht einmal zu kritisieren. „Wahrscheinlich will Paula nur Aufmerksamkeit“, höre ich euch förmlich denken. Ich sag euch was: Das ist nur ein klitzekleiner Ausschnitt meines verdammten Anorexie-Kinos. Und ich verkneife mir Tag für Tag mit irgendwem darüber zu sprechen, irgendetwas durchschimmern zu lassen. Irgendeine Aufmerksamkeit dafür zu bekommen. Nicht etwa damit es niemand weiß. Nein, damit ich niemandem damit schade. Niemanden verletze. Niemandem zu nahe trete.
Ich will einfach nur mal darüber reden oder schreiben können. Und zwar nicht mit einem Psychologen, der mir für Geld zuhört und nicht um mir zuzuhören.)