Bilder mit Kater

Oft habe ich überlegt was denn Liebe eigentlich ist. Ob ich sie kenne. Ist es die Leidenschaft. Oder die Wärme und Geborgenheit. Die Aufregung und Instabilität. Der Alltag und seine Stabilität. Oft habe ich an Beziehungen zu Menschen gezweifelt, weil sie nicht mehr als Alltag kannten oder nur die Leidenschaft. Schutzraum: Beziehung. Abenteuer: Beziehung. Liebesbeziehung. Monogamie. Polygamie. Du. Ich. Wir. Und Er*Sie.
Lieben wir uns? Liebst du mich? Ich dich?

Bei dir fühle ich mich warm und geborgen. Du hast meinen Alltag bereichert. Nicht durch Aufregung und Leidenschaft. Durch deine Fürsorge, deine Zärtlichkeit, deine Nähe, dein Verständnis, die Geborgenheit. Manchmal habe ich gezweifelt ob mir das alles ausreicht. Habe die fehlende Leidenschaft bei anderen gesucht. Das schien okay zu sein. Trotzdem habe ich dann oft gezweifelt und mit mir gerungen. Der entscheidende Punkt ist aber, dass ich mich immer wieder für unsere Beziehung entschieden habe. Denn Beziehung muss nicht die Aufregung des Lebens sein. Liebe braucht keine großen Erlebnisse, denn durch sie werden kleine Momente groß. Und selbst wenn sie klein bleiben, sind sie mit dir schöner. Abenteuer kann ich erleben, wenn ich reise, wenn ich neue Dinge ausprobiere, etwas besonderes zeichne, wenn ich heraus gehe und die Stadt bunt male, wenn ich in einem Gerichtssaal sitze und einen Prozess verfolge, wenn ich gute Musik höre, auf ein Konzert gehe. Es gibt so eine Vielzahl an Abenteuern, die die Welt mir bietet. Du darfst mein Ruhepol sein.

Aber was habe ich dir gegeben? Das Gefühl nicht gut genug zu sein. Ich habe nicht gut genug hingehört. Ich habe dir nicht gezeigt, dass du so wunderbar, so bunt und glitzernd bist, dass du mich so warm hältst. Konnte ich dich nicht zurückwärmen, weil es in dir so kalt ist? Oder bin ich es, die nur nehmen aber nichts geben kann? Habe ich dir jemals gesagt und glaubwürdig vermittelt, dass ich auch dann glücklich mit dir bin, wenn du einfach nur ab und zu neben mir einschläfst? Hast du nicht gesprochen oder habe ich so viel gesprochen, dass du nicht sprechen konntest? Habe ich dich erstickt obwohl ich dir Freiraum und einen Hafen bieten wollte?
Hat unsere Liebe noch eine Chance? Die Chance der Zeit? Eine liebende Freundschaft? Können wir nochmal anfangen zu sprechen und zu schweigen? Werden wir uns auch morgen noch lieben? Werde ich immer dein Shirt an mich drücken und dadurch in warmer Trauer ruhen können? Was ist, wenn dein Geruch verfliegt? Wirst du mich morgen noch lieben? Wirst du mich morgen noch „Katze“ nennen? Und werde ich dann wieder zu mir selbst sagen: „So lang ich deine Katze bin, ist alles gut.“ und ruhiger schlafen als ich es seit Jahren getan habe?

Ich fühle mich dir so nah. Ich bin dir so dankbar, dass du mir ein bisschen von dir gezeigt hast mit unserer Trennung. Ich verstehe dich so sehr und ich fühle mit dir. aber wie weit bist du eigentlich von mir entfernt? Entfernst du dich noch weiter? Oder nicht? Kommst du wieder näher irgendwann? Bist du es die ganze Zeit?

Ich sehe, dass ich nicht nur Schwächen habe. Aber ich zweifle ständig an mir. Und ich überlege was ich hätte anders machen können, obwohl es zu nichts führt, weil meine Chance scheinbar vertan ist. (Oder nicht?)
Trotzdem. Ich habe auch Stärken. Ich bin einfühlsam, liebevoll, intelligent, tiefgehend. Ich bin sogar schön. Ich akzeptiere Menschen, die mir lieb sind, wie sie sind und obwohl ich keinen Spaß verstehe, kann ich manchmal wirklich lustig sein. Und ich weiß, dass Menschen sich an mir und mit mir weiterentwickeln können. Ich bin zwar nicht stolz – das passt nicht zu mir – aber ich weiß darum, dass es nicht nur schlecht ist mit mir, dass ich liebenswürdig bin. Das sollte ich mir auch merken. Und ich werde das jetzt nicht wieder löschen. Es war nötig das festzustellen. Und auch völlig in Ordnung. Ja, das hat hier seinen Platz verdient.

Diese Welt ist so kalt. Aber du weißt ja, dass es Menschen mit Glitzerherzen gibt. Und die wärmen uns. Meine Mama und Lila und all die anderen versuchen der kleinen Katzenprinzessin das wärmende Winterfell zu geben. Aber im Schloss ist diese Kälte seitdem du weg bist. Nur die Erinnerungen, die Bilder im Kopf halten es ein bisschen warm. Ist dir auch kalt? Spürst du die Kälte der Welt? Oder ist das Katerwinterfell erst wieder für dich da seitdem ich mich nicht mehr mit daran wärme?
Ich will nicht sagen, dass ich dich brauche. Nein, dem ist nicht so. Irgendwann kommt der Sommer wieder. Das weiß ich. Trotzdem scheint mein warmes Herz in die Kälte hineinzubrennen und schmerzt. Du fehlst!

Das alles hier ist wirr. Ich weiß nicht ob du diesen Text jemals lesen wirst. Ob ich ihn dir zeigen werde. Ob du ihn selber findest. Ob das gut wäre oder dich einengen würde. Würdest du davor weglaufen und dich noch mehr von mir entfernen? Würde es dir warm werden? Würde es dir helfen? Ist es zu spät? Zu spät zu spät zu spät hallt es in meinem Kopf zurück. Eine andere Stimme sagt, dass ich so schnell nicht aufgeben werde. Ich werde nicht aufgeben so lange ich liebe. Liebe? Liebe Liebe. Bilder mit Kater.